200 Worte über Qntal und “VII”

qSechs Jahre haben sich Qntal Zeit genommen, sich der elektronisch mittelalterlichen Muße hinzugeben um neue Klanggewände für ihr nunmehr siebtes Album zu produzieren. Sechs Jahre sind eine lange Zeit, die manchem Ensemble nicht gut tun. Glücklicherweise aber ist auf den musikalisch inspirativen Kopf Michael Popp Verlass. “Grandios” beschreibt das vierzehn Stücke umfassende Album am einfachsten und zutreffendsten. Denn was hier musikalisch zusammen fließt, ist Musik für hohe Ansprüche mit reichlich Zeit zum Träumen, Abschweifen, Zuhören und sich fallen lassen. Gepaart mit der unvergleichlichen, kristallklaren Stimme von Sigrid “Syrah” Hausen ist ein perfektes Album entstanden.

Der Start mit “Flaming drake” und “Tenacious love” beispielsweise vermitteln sofort das Gefühl, musikalisch gut aufgehoben zu sein und lassen im Entferntesten keinen Gedanken daran zu, die Scheibe vor dem Ablauf auszustellen.

Dann gibt es Stücke wie “Tyger”, bei dem Qntal selbst neue musikalische Wege betritt und im Irish Folk und der Elektronik orientalische Einflüsse verwebt und verarbeitet.

Doch auch klassische Werke, die sogleich an typische Qntal-Machart erinnern, dürfen natürlich nicht fehlen. Hier sei “Swebend” oder “Rossignolet” genannt.

Alles in Allem handelt es sich bei VII um ein Album, welches in keinem Musikschrank fehlen sollte. Ein Album, welches sehr einzigartig und dennoch für jeden Geschmack ist.
__________________
Favoriten: Flaming drake, Swebend, Rossignolet
Für Freunde von: Faun, Helium Vola, Deine Lakaien
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://qntal.de/
Bewertung: 10 von 10 Punkte

200 Worte über Within Temptation und “Let us burn”-live

LetUsBurn_CD_cover_300DPI_RGB FINAL 8002012 spielten Within Temptation ein ausschweifendes Konzert in Antwerpen. Auch wenn es für die Niederländer ein Auswärtsspiel war, ließen sie sich hier von einem Orchester begleiten. 2014 gab es dann ein Heimspiel auf der Hydra-Tour in der Music Hall von Amsterdam. Beide Konzerte wurden aufgezeichnet, sodass es sie nun als DVD/Blue-Ray/DCD im Handel gibt. Vorweg kann man sagen, dass dieses Album rückblickend zu den Highlights des Musikjahres 2014 gehören wird.

Zur Rezension kommt hier nur die DCD, also kann über die Bühnenshow inkl. des bekannten Funkenflugs und typischen Feuerwerks nichts gesagt werden. Dies ist sicherlich auch ein nicht unwesentlicher Bestandteil einer vernünftigen Videoaufzeichnung, doch ist das Wichtigste der musikalische Teil. Und dieser ist mehr als überzeugend. Beide CD´s können getrost über einen Kamm geschoren werden, denn sie stehen sich in ihrer hervorragenden Umsetzung in nichts nach.

Kern ist und bleibt ein ausladender symphonischer Heavy-Metal, der durch die magisch prägnante Stimme von Sängerin Sharon den Adel bestimmt ist. Die Zusammenstellung der Stücke zeigt zum großen Teil einen Querschnitt durch die 18-jährige Bandgeschichte und lässt für alle Fans keine Wünsche offen. Nicht nur das. Mit dieser DCD wird es mit Sicherheit gelingen, neue Fans zu gewinnen. Ein einfach nur absolut herausragendes Werk.

_______________
Favoriten: Stand my ground, Angels, Mother earth
Für Freunde von: Unheilig, Nightwish, Slash
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://www.within-temptation.com/
Bewertung: 10 von 10 Punkte

Peter Heppner akustisch in Bochum

DSC_1024Peter Heppner hatte gerufen und in Scharen kamen die Fans zu seiner ersten Akustikshow in die Bochumer Christuskirche. Wer in der Lage ist, sich ein Farbfoto in schwarz/weiß vorzustellen, der kann auch sehr gut erahnen, wie dieses Konzert gespielt wurde. Stark reduziert, ein leises und zurückhaltendes Schlagzeug, eine Gitarre und ein Flügel, dazu die teils verhaltene, ruhige und zumeist dennoch eindringliche Stimme des ehemaligen Wolfsheim-Kopfes inspirierten die nahezu ausverkaufte Christuskirche in der Bochumer Stadtmitte zur Einkehr. Vielleicht ein Stückweit anders, wie es sich der Pastor wünscht, dennoch aber eine Brücke schlagend zwischen der Darbietung auf der Bühne, die zu keinem Zeitpunkt unruhig war und dem Auditorium.

Im Vordergrund standen die Stücke des aktuellen Albums “My heart of stone”. Dieses bringt textlich und musikalisch bereits beste Voraussetzungen für eine Reduktion und damit verbunden eine Konzentration auf das Wesentliche mit. Die Atmosphäre auf der DSC_1041aBühne getragen von der Symbiose zwischen feinen Klängen und der Stimme des Sängers hätte sich im Grunde als, mit Verlaub, stinklangweilig, darstellen können. Auf der Bühne war ungefähr so viel Bewegung, wie bei vier Anglern. Doch gerade dieser Zustand entsprach voll und ganz dem gewählten Kontext und verschmolz mit einer ebenfalls nicht unbedingt üppig ausladenden, dennoch aber unheimlich effektiv eingesetzten Lichtshow, zu einem großen Ganzen, welches hinriss. Es entführte in zarte Sphären. Es malte Bilder in den Köpfen der Zuhörer. Es überraschte mit neuen Arrangements. Es kokettierte mit sich selbst und ließ das Publikum begeistern, insbesondere bei den Stücken, die jedermann bekannt sind.

Dieses Konzert war ein grandioses und großes, leises und intensives Musikerlebnis. Jeder, der die Chance hat, diese Tour noch zu besuchen, sollte sie nutzen.

200 Worte über Alice Cooper und “Raise the dead (Live from Wacken)”

image002Sicherlich gehört Alice Cooper bereits jetzt zu den Ikonen der Rockmusik. Unzählig sind seine Platten, seine Auszeichnungen und Ehrungen. Viele seiner Hits sind seit Jahrzehnten Klassiker und können von jedem halbwegs interessierten Musikfan mitgesungen werden.
Auch Alice Cooper schickt sich nun an, eine Live-Compilation auf den Markt zu bringen. Das Pack umfasst eine Doppel-CD mit allen Hits und das ganze ebenfalls als DVD von seinem Auftritt in Wacken 2013.
Beim Lesen der Setlist bekommt der Fan feuchte Augen. “Hello Hooray”, “No more Mr. Nice Guy”, “Hey stooped”, “Welcome to my nightmare” oder “Schools out” sind nur ein paar der Stücke, die diese Retrospective umfasst. Auf der DVD ist das Ganze, Cooper-getreu freilich noch wunderbar in Bild umgesetzt.
Von daher handelt es sich um ein Gesamtpackage, das in keiner Sammlung des geneigten Rock´n´Rollers fehlen darf.
Dennoch kann man auch nicht verhehlen, dass der gute Alice in die Jahre gekommen ist. Zwar fängt bekanntlich mit 66 Jahren das Leben erst an, doch wirken manche Stücke massiv seinem inzwischen offenbar etwas eingeschränkten Stimm- und Lungenvolumen angepasst. Darunter leiden die Stücke hier und da.
Ansonsten aber muss ihm erst einmal jemand showmäßig das Wasser reichen. Das dürfte für die meisten eher sehr schwierig werden.
_______________
Favoriten: House of fire, Poisen, Schools out
Für Freunde von: Extrabreit, Manowar, Midnight oil
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 17.10.2014
Zu Hause: http://www.alicecooper.com/
Bewertung: 8 von 10 Punkte

200 Worte über Jazzkantine und “Ohne Stecker”

jk20 Jahre ist die Jazzkantine inzwischen alt. Oder jung. Anlässlich dieses Jubiläums ist vor kurzem das Album “Ohne Stecker” erschienen, bei dem sie von der NDR Big Band begleitet werden, ein best-of inklusive neuer Stücke.
Alles in allem ist das Album eine runde Sache geworden. Nach so langer Zeit wäre es allerdings auch schade, wenn es da Probleme gegeben hätte. Die tatkräftige musikalische Unterstützung des Jazz an sich durch die Big Band macht diesen bombastisch und verleiht ihm einen großen Raum. Idealerweise geht die eigentliche musikalische Grundausrichtung hierbei nicht unter. An dieser Stelle ist das Ganze perfekt umgesetzt und es bleibt kaum ein Wunsch offen.
Insgesamt aber wirkt das Album an manchen Stellen etwas erzwungen. Als wenn man unbedingt zum Jubiläum etwas ganz besonderes hätte machen wollen, selbst aber nicht die ganz genauen Vorstellungen hiervon hatte. Dadurch wirkt es hier und da ein wenig lieblos. Keinesfalls aber zusammengeschustert oder so. Einzig hätte man sich hin und wieder noch eine besondere Note gewünscht.
Dieser “Makel” fällt aber vermutlich nur den eingefleischten Fans auf. Wer dem Jazz, der sowieso schon eine ganz besondere Stilrichtung darstellt, einmal auf etwas andere Art und Weise begegnen möchte, liegt mit diesem Album auf jeden Fall goldrichtig.
_______________
Favoriten: Es ist Jazz, 55555, Take Five
Für Freunde von: Clueso, Stoppok, Max Herre
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://www.jazzkantine.de/
Bewertung: 8 von 10 Punkte

200 Worte über Deine Lakaien und „Crystal Palace“

dlErnst Horn und Alexander Veljanov sind nunmehr knapp dreissig Jahre als „Deine Lakaien“ unterwegs. Geprägt sind diese Jahre immer wieder von längeren Atempausen. Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass die beiden bisher erst zehn Studioalben herausgebracht haben. Nummer zehn nunmehr hört auf den Namen „Crystal Palace“ und setzt einen weiteren Glanzpunkt in der elektronisch avantgardistischen Karriere der beiden.

Minimiert auf das Wesentliche wurde das neue Album. Dies führt dazu, dass die Tracks wesentlich intensiver beim Hörer ankommen und nicht durch Nebenwerke wie orchestralem Sound, der hin und wieder sehr erfolgreich den Einzug bei dem Duo gefunden hatte, ablenkt.

Es gibt keinerlei negative Ausreißer. Lediglich gibt es Stücke, die ein ganz besonderes Augenmerk verdienen. „Where the winds don´t blow“ beispielsweise überzeugt ganz besonders durch einen leicht folkigen Einschlag. Es entpuppt sich daneben als eines der größten Stücke mit einer äußerst positiven Soundwand, die in ihrem typisch elektronischen Gewand dennoch zu einem ganz besonderen Arrangement wird.

Daneben ist „Eternal sun“ als Abschluss des Albums ein ganz großes Stück, welches durch absolute Ruhe in Verbindung mit einem leicht stoischen und klirrenden Sound überzeugt.

Alles in Allem kommen Lakaien Fans mit diesem Album voll auf ihre Kosten. Diejenigen, die Fans werden wollen, ebenso.

—————

Favoriten: Nevermore, Farewell, Eternal sun

Für Freunde von: Qntal, Vargo, And One

Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen

Zu Hause: http://deine-lakaien.com/

Bewertung: 9 von 10 Punkten

200 Worte über J.B.O. und “Nur die besten werden alt”

jbo“Nur die besten werden alt”, in diesem Fall schon 25. Das ist die magische Zahl, die das Jubiläumsalbum von J.B.O. begründet. Die Erlanger spalten wie kaum eine Band die Musikszene in gut und böse bzw. schwarz und weiß. Sie werden entweder verehrt oder man hat nur ein sinnfreies Kopfschütteln für sie übrig. Dazwischen gibt es herzlich wenig. Damit kann die Band seit einem Vierteljahrhundert jedoch prächtig leben. Und auch auf diesem Album wandeln sie wieder dicht am Abgrund des sinnfreien Trash, kriegen aber in gewohnt professioneller Art die Kurve und machen aus dem Album ein ebenso gewohnt kurzweiliges, humoriges Gesamtarrangement.

Als Coverversionen gibt es beispielsweise “Death is Death” als “Live is life”_version oder “Metal No. 666″ als Version von “Mambo No. 5″ von Lou Bega, der es ebenfalls schon gecovert hatte. Daneben gibt es mehrere Knaller, die noch auf mancher Fete oder in manchem Festzelt für Begeisterung sorgen werden. Hier seien in erster Linie “Mittelalter” oder “Und dann hörst du J.B.O.” genannt.

Wem diese Musik auf Anhieb nicht gefällt, dem erschließt sie sich zumeist auch nicht mehr. Wer einfach Spaß haben will und ohne viel nachdenken zu müssen eine CD lauthals mitschreien möchte, bediene sich “Nur die besten werden alt”.
_______________
Favoriten: Metal No. 666, Mittelalter, Und dann hörst du J.B.O
Für Freunde von: Die Ärzte, Alestorm, Kapelle Petra
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 15.08.2014
Zu Hause: http://www.jbo.de/
Bewertung: 8 von 10 Punkte

200 Worte über Substaat und “Macht”

substattSubstaat kommen aus Norwegen und haben nach ihrem Erstling vor vier Jahren nunmehr einen Nachfolger in der Pipeline. Waren sie früher noch eher der EBM anzusiedeln, geht es jetzt mehr Richtung synthetischen Pop bzw. ausgefeilten, technischen Klangweiten. Und wer sich mit Bands wie DE/Vision oder Depeche Mode anfreunden kann, der ist mit diesem Album sehr gut aufgestellt. Das komplette musikalische Gebinde ist darauf ausgerichtet, den Hörer mitzunehmen. Das heißt nicht, dass das Ganze so schwer und tragend ist, dass man sich unter Aufbringung voller Konzentration darauf einlassen müsste. Substaat schaffen es, das Album so anspruchsvoll zu aufzubauen, dass man nicht loslässt und mit dem Ohr immer dicht dabei bleibt. Ein wenig mit Spannung erwartet man das jeweils nächste Stück, welches sich letztlich nie als ganz großer Hit entwickelt. Durch die hervorragende Ausgewogenheit der CD an sich aber, kann man diese nur als rundum gelungen bezeichnen.

Bei elf Stücken und zirka 43 Minuten Spielzeit, kann man sich lediglich einen etwas ausgeprägteren Umfang wünschen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Gerade beim ausgesprochenen Abwechslungsreichtum der Stücke, die dennoch homogen und ausgewogen miteinander verwoben sind, bleibt kein Wunsch offen. Und darauf kommt es letztlich an.

Der richtige Zeitpunkt, Substaat kennen zu lernen.
_______________
Favoriten: Electric, Macht, Refused
Für Freunde von: DE/Vision, Depeche Mode, Camouflage
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 15.08.2014
Zu Hause: https://www.facebook.com/substaat
Bewertung: 9 von 10 Punkte

200 Worte über Staubkind und “Alles was ich bin”

Staubkind - Alles was ich binSTAUBKIND ist schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der deutschen Musikwelt. Dies nicht nur, weil sie einfach nur seit zehn Jahren Musik machen, sondern vielmehr, weil sie es geschafft haben, sich in diesen zehn Jahren freizuschwimmen und stilistisch und musikalisch ihren eigenen Platz irgendwo zwischen Rock, Gothic und einem Hauch von Avantgarde gefunden haben.

Eindrucksvoll bestätigen sie ihren bisher beschrittenen Weg mit dem bereits erschienen Album “Alles was ich bin”. Dass sie deutschlandweit nicht mit den ganz Großen in der Musikwelt genannt werden, liegt womöglich daran, dass Mainstream kein Attribut für Staubkind ist. Vielmehr ist die Musik in besonderem Maße dazu geeignet, sich mit ihr zu befassen. Tiefgründig, hintersinnig, und feinfühlig kommen die Texte daher, die von einer perfekten Intonierung begleitet werden.

Es handelt sich um ein komplexes Gesamtwerk, in dem jedes einzelne Stück eine eigene Geschichte erzählt, diese letztlich dennoch zu einem großen Ganzen zusammen wachsen. Ein Album, ideal geeignet, um sich treiben zu lassen, sich dem musikalischen Treiben zu öffnen und einfach nur zu genießen.

Sicherlich hört man dieses Album nicht auf Anhieb vier Mal hintereinander weg. Dafür ist es insgesamt zu tiefgründig. Das ist aber auch nicht nötig, weil ein erstes Hören selten so intensiv ist.

_______________
Favoriten: So still, Vorbei, Warum
Für Freunde von: Letzte Instanz, Mono Inc., And One
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 28.02.2014
Zu Hause: http://staubkind.de/
Bewertung: 9 von 10 Punkte

Der Meister in Lüdenscheid

4Er war schon vor Jahren ein Phänomen. Er ist es auch noch. Und: Er wird es wohl auch immer bleiben. Wenn Guildo Horn mit seiner Band den Orthopädischen Strümpfen aufschlägt, ist Stimmung und gute Unterhaltung garantiert. So war es auch am Donnerstagabend, als er im Rahmen der “NRW Radtour” nicht nur die teilnehmenden Radfahrer, sondern auch noch eine große Menge weiterer Besucher auf dem Lüdenscheider Rathausplatz musikalisch unterhielt.

Es war ein buntes Potpourri, welches Horn, dieses Mal zusätzlich unterstützt von der “Asozialen Blaszentrale Dessau”, geflochten hatte. In seiner typischen Manier nahm er mit knapp 40-minütiger Verspätung, für die offenbar nicht er verantwortlich war, die Bühne ein. Sobald der “Meister” wie er von seinen Fans genannt wird, auf der Bühne steht, erstrahlt diese von ihm und er über beide Ohren. Freude über sein Publikum, die Lust an der Musik und zugleich hohe musikalische Qualität sind die Zugaben, die für einen unterhaltsamen Abend bürgen. “Wunder gibt es immer wieder” sang er gleich zum Start. Zwar animierte der Sänger das Publikum immer wieder zum Mitmachen, doch wäre dies nicht nötig gewesen. Denn die Zuhörer waren auch so in ausgelassener Feierlaune. Auch das angrenzende Cafe ließ sich von der Spielfreude anstecken und erhob sich teilweise von den Sitzen, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.8

Kaum ein Lied wurde gespielt, bei dem das Publikum nicht lauthals mitsingen konnte. “Griechischer Wein”, “Azzuro” oder “17 Jahr blondes Haar” ließen die Fans regelrecht ausflippen. Leiser wurde es nur, wenn er seine Melodeien, wie er es selbst nennt, auf seinen Kuhglocken spielt, wie bei “Er gehört zu mir” oder wenn das Publikum zum Flüstergesang aufgerufen wird. Auch hier funktionierte das Miteinander hervorragend.

Offen zeigte sich der Protagonist auch seinem Publikum. Eine Dame durfte auf die Bühne, um ein Foto von sich und Horn machen zu lassen. Einem Rapper wurde für kurze Zeit die Bühne für eine Einlage überlassen, unterstützt von der spontanen und passenden Einlage der Band.

Doch auch der schönste Abend in der lauen Sommernacht ging mal zu Ende. Auf “Ti Amo”, “Aber bitte mit Sahne” oder “Merci Cherie” durften sich die Fans dennoch noch freuen.

Wer auf den Geschmack gekommen ist: Das Konzert zu Weihnachten am 11.12. in Hagen ist ausverkauft. Einen Tag später im Dortmunder FZW kann man noch hin.

12