333 Worte über REINHARD MEY und „Gib mir Musik“

Es gibt nicht viel, was zwischen Hochachtung und Ignoranz liegt, wenn es um REINHARD MEY geht. Mit seiner Art musikalischer Darbietungen verkörpert er mitunter eine Art Weltverbesserer, die nicht bei jedem gut ankommt. Dennoch erfreut er sich einer auch heute noch wachsenden Fangemeinde. Vielleicht gerade deshalb, weil sich Menschen nach einer etwas heileren, einer etwas besseren und einer etwas humaneren Welt sehnen, die der Liedermacher seit Jahrzehnten, durchaus mit dem einen oder anderen Augenzwickern, besingt.

Sein Liederrepertoire füllt inzwischen mehrere Textbücher. So beschränkt sich der inzwischen fast 70-jährige in seinem neuen Live-Doppel-Album „Gib mir Musik“ im Wesentlichen auf sein letztes von 25 Studioalben „Mairegen“.

Doch auch hierbei handelt es sich „lediglich“ um einen Ausschnitt des Künstlers. Denn selbst auf eine Doppel-CD lässt sich nicht vorbehaltlos ein komplettes Konzert zwängen, welches bei ihm mitunter auch drei Stunden dauert.

Als Konzerterlebnis jedoch hat sich MEY mit dieser Präsentation sein eigenes Denkmal gesetzt. Ein Mann aus dem Volk, persönlich, nahbar, verletzlich, tieftraurig, übermütig, amüsiert. Zahlreich sind die Attribute die sich auf den Sänger und seinen Interpretationen auf dieser Rückschau vereinen lassen.

Geprägt ist die DCD vom Krankheitsbild seines Sohnes der im Wachkoma liegt. Daher werden auch „Ficus Benjamini“ und „Drachenblut“ sehr emotional dargeboten. Trotzdem schafft es MEY immer wieder, auch die lustigen Seiten des Lebens zu beleuchten, sei es als „Bunter Hund“ oder wenn er „Männer im Baumarkt“ besingt.

Man kann nicht mehr, als schwärmen. Denn auch weitere Stücke wie „Gib mir Musik“ oder „Was keiner wagt“ zeugen von Symbiose zwischen Bühne und Auditorium, dass dem Zuhörer beispielsweise beim Lauschen während der Autofahrt den Wunsch erwachsen lässt, noch einen Moment im geparkten PKW inne zu halten, um das nächste Stück noch zu hören.

Und wenn der Sänger am Ende meint: „Gute Nacht, Freunde“ glaubt man ihm diese Worte prompt. Auch wenn dies eine häufig zitierte Floskel ist, scheint der in Berlin geborene sein tiefstes Anliegen damit vorzutragen. Man will als Freunde zusammen kommen und nach dem Konzert entsprechend auseinander gehen. Gar nicht so weltverbesserisch, eher menschlich.

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Favoriten: Männer im Baumarkt, Drachenblut, Gute Nacht Freunde

Für Freunde von: Konstantin Wecker, Hannes Wader, Herman van Veen

Veröffentlichung: das Album ist bereits erhältlich

Zu Hause: http://www.reinhard-mey.de/

Bewertung: 10 von 10 Punkten

222 Wort über AXXIS und „reDISCOver(ed)“

Über AXXIS muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Zu lange sind sie schon im musikalischen Geschäft der härteren Gangart und werden häufig einzig mit ihrem wohl größten Hit „Touch the rainbow“ in Verbindung gebracht. Doch ist dies nur ein Mosaiksteinchen in der nunmehr gut 20-jährigen Geschichte. Jetzt begibt sich die Band um Head Bernhard Weiß auf neues Terrain. Mit dem neuen Album „reDISOver(ed)“ spielen sie ein reines Coveralbum mit Stücken ein, mit der die Band ihr eigenes Wachstum und ihre eigene Entwicklung verbindet. Das gute an diesem Album ist, dass man weder Fan von AXXIS noch Freund von Coverversionen sein muss, um diese Scheibe dennoch zu mögen.

Der ureigene Stil der Band schwebt unentwegt über den Stücken. Und die Bandbreite der Lieder lässt keine Wünsche offen. „Owner of a lonely heart“, im Original von YES ist beispielsweise ein richtig gutes, hartes Rockstück geworden. Es mag den einen oder anderen befremden, sich vorzustellen, dass auch „Ma Baker“ (BONEY M.) vorbei schaut, doch auch hier haben die Jungs die Kurve gekriegt. KRAFTWERKS „Roboter“ mal schwer gitarrenlastig zu hören, verleiht dem Stück eine ganz neu definierte Dimension. Und auch „Life is life“ (OPUS) lädt gewohnt zum rocken ein.

Doch sind das nur rein paar Stücke der CD. Absolutes Glanzlicht ist „My heart will go on“ (CELINE DION). Endlich gibt es eine Männerversion dieses Erfolgshits.

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Favoriten: Roboter, Message in a bottle, My heart will go on

Für Freunde von: Europe, Gotthard, U.D.O.

Veröffentlichung: das Album ist ab dem 18.05.2012 erhältlich

Zu Hause: http://www.axxis.de/

Bewertung: 9 von 10 Punkten

 

Offizielle Pressemitteilung zum 60sten von U.D.O.

Solingen – Deutschlands berühmteste Figur im Heavy Metal, Udo Dirkschneider, feiert am 6. April seinen 60. Geburtstag. Rund 40 Bühnenjahre liegen dann hinter dem Urgestein, die er zunächst mit ACCEPT und dann mit seiner aktuellen Formation U.D.O. Verbracht hat.
Letztere werden anlässlich des runden Wiegenfestes am 4. Mai ein Rare Tracks-Album mit dem Titel “Celebrator” über AFM Records/Souldood Music veröffentlichen: Deutschlands wohl solideste Metal(l)klangschmiede bietet darauf eine Sammlung musikalischer Raritäten.
 
Ab sofort gibt es zu U.D.O. auch eine App fürs Handy, die man hier kostenlos downloaden kann: http://songpier.com/udoonline
Die App bietet neben aktuellen News- und Tourdaten-Informationen auch Musik, Fotos und jede Menge Infos rund um die Band des Solinger „German Metal Tanks“, der sich damit einmal mehr zeitgemäß präsentiert.
A propos zeitgemäß: passend zu Udo Dirkschneiders Geburtstag tritt außerdem ein Onlineshop unter www.udo-online.de <http://www.udo-online.de> in Aktion, über den ab sofort alle aktuellen Merchandise- und CD-Produkte bequem von zuhause aus bestellt werden können.
 
Anlässlich seines Geburtstages wendet sich Udo Dirkschneider außerdem mit einigen ganz persönlichen Worten an die Rockfans:
 
„Eigentlich bin ich kein Mann vieler Worte aber ich denke, jetzt sollte ich doch mal ein paar davon an euch richten. Nun ist er also da, mein runder Geburtstag. Eine Zeit lang habe ich mich bei dem Gedanken an ihn zugegebenermaßen etwas komisch gefühlt. Es kann doch nicht sein, dass ich wirklich schon 60 werde. Mittlerweile weiß ich aber – es ändert sich nichts, aber auch gar nichts dadurch. Ich habe heute noch genauso Freude an der Musik wie damals. Außer, dass ich heute viel mehr Weitblick und Erfahrung habe und Dinge gelassener sehen kann. Gerade in den letzten Jahren ist U.D.O. immer mehr zu einer Einheit zusammengewachsen und ich darf mit Stolz behaupten, dass es eine tierisch geile und tighte Live-Dampflok ist, die jeden überrollt, der sich uns in den Weg stellt. Wir haben seit einigen Jahren unser perfektes Businessumfeld gefunden und genießen einfach jeden Tag, den wir mit Musik verbringen dürfen. Ich habe in der Band meinen Frieden gefunden, der mir lange in der Form fehlte. Mein Leben war gespickt mit harten Zeiten. Zeiten ohne Geld, Zeiten mit Machtkämpfen und Intrigen und menschlichen Problemen und Enttäuschungen. Umso mehr weiß ich die Zeit jetzt zu schätzen, in der ich mit so guten Weggefährten gesegnet bin, in der ich so sein darf, wie ich bin und die mir dazu noch weiterhin Erfolge beschert – sogar stetig wachsende.
Ich bin mit meiner Musik nie Millionär geworden. Es wäre mir auch nicht wichtig. Wichtig ist mir tatsächlich das, was ich heute habe – Zufriedenheit und das Gefühl, mich auf das verlassen zu können, was ich habe.“

222 Worte über SONS OF MIDNIGHT und „Sons of midnight“

Sicherlich sind SONS OF MIDNIGHT bisher kaum jemandem bekannt. Dies verwundert nicht, haben sie dieser Tage doch gerade mal ihr Debütalbum auf den Markt gebracht. Dass sich aber an ihrem Popularitätsstatus etwas ändern wird, steht wohl außer Frage. Denn mit diesem Album werden sie mehr als nur ein Aufhorchen in der Musikwelt schaffen.

AVRIL LAVIGNE oder SIMPLE PLAN – Fans kennen die Australier bereits als deren Support bei den Tourneen. Und bereits dabei wurde Ihnen offener Respekt für die Frische ihrer Musik entgegen gebracht.

Selten hörte man eine Scheibe, die eine derartige Eingängigkeit an den Tag legt, ohne nach dem dritten oder vierten Hörer öde zu werden. Vielmehr entwickeln die Stücke nach mehreren Durchläufen immer noch neue Facetten. Wenn man die Lieder mit Ohrwurmcharakter aufzählen würde, müsste man beinahe sämtliche 13 Stücke nennen. Natürlich kann man einen gewissen Mainstream nicht komplett wegdiskutieren. Andererseits muss man eines ganz deutlich sagen: Wenn schon eine Spur von Mainstream, dann so.

„Fire“ oder „Never again“ sind absolute Burner, daneben ein paar ruhige Stücke wie „Saints and sinners“.

Es macht einfach unheimlich viel Spaß, dieser Band zuzuhören und sie für sich selbst zu entdecken. Das kann man wirklich jedem Musikfan raten. Ebenfalls sollte man, wie beschrieben, sie sofort zwei oder drei Mal hören. Der sehr gute erste Eindruck vertieft sich mit Mal zu Mal. Je öfter, je besser.

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Favoriten: The fire, Never again, Girlwise

Für Freunde von: Silbermond, Die Happy, The Cranberries

Veröffentlichung: das Album ist bereits erhältlich

Zu Hause: http://www.sonsofmidnight.com/

Bewertung: 8 von 10 Punkten

222 Worte über KISSIN` DYNAMITE und „Money, Sex & Power“

Das Schwabenländle. Auch mit Vorurteilen nicht komplett ausgenommen haben irgendwann einmal ein paar Jungs losgeschickt, Musik zu machen. KISSIN` DYNAMITE nämlich. Damals noch beinahe Kinder sind sie zumindest musikalisch jetzt erwachsen geworden. Denn mit dem neuen Album „Money, Sex & Power“ ist ihnen ein ziemlich guter Wurf gelungen.

Rotzig, frech, unverblümt, rockig und keineswegs leise, aber mit runter gefahrenem Metal, lassen sie es frei Schnauze krachen. Das Ganze ist, man mag er mir verdenken, allein aufgrund der absoluten Unbeschwertheit musikalisch sicherlich nicht höchst anspruchsvoll. Aber selten kommt pure Lebensenergie, Freude an der Musik  und in Verbindung damit eine unbeschwerte Leichtigkeit so gut zum Ausdruck.

Eines der Aushängeschilder des Albums ist sicherlich „I will be king“, welches mit einem eingängigen Refrain daher kommt, welcher gleich in den Gehörgängen stecken bleibt. „Dinosaurs are still alive“ nimmt zwar viel Tempo raus, hat aber trotzdem etwas, was gefällt.

„Operation supernova“ ist als drittes Stück zu nennen, welches dem Hörer regelrecht die Gehörgänge durchpustet. Sicherlich kann man hier und da Vergleichbarkeit zu anderen Bands heranziehen. Doch warum soll man sich die Mühe machen? Man möchte doch gute Musik hören. Von wem? Mir ist das ziemlich egal. Und ein richtig gutes Album bekommt man hier allemal geboten.

Wenn tatsächlich aller guten Dinge drei sind, dürfen sich die Schwaben mit diesem Album sicherlich einstweilig auf einen guten Erfolg freuen.

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Favoriten: I will be king, Operation supernova, Ego-Shooter

Für Freunde von: Unisonic, U.D.O., Mad Max

Veröffentlichung: das Album ist ab dem 23.03.2012 erhältlich

Zu Hause: http://www.kissin-dynamite.de/de/

Bewertung: 8 von 10 Punkten

222 Worte über BODENSKI und “Auto!”

Es ist nicht so, als sei MICHAEL BODEN, alias BODENSKI nicht schon hinreichend bekannt. Einerseits spielt er Gitarre bei SUBWAY TO SALLY, andererseits wurde von ihm bereits ein lyrisches Werk heraus gegeben. Nunmehr begibt er sich mit seinem Album „Auto!“ in die Gesellschaft deutscher Liedermacher.

Doch eben wie diese auch, kann auch er das Rad nicht neu erfinden. BODENSKI schafft es aber, seiner Ausdrucksweise einen tiefen inneren Charakterzug mit auf den Weg zu geben. In sich geschlossen ist auch eine sinntiefe, musikalische Harmonie der Songs, die sich in knapp vierzig Minuten Spielzeit etwas kurz widerspiegeln. Es zeugt von Monate langer, wenn nicht Jahre langer, mühseliger Kleinarbeit, bis dieser Feinschliff saß. Dazu gesellt sich noch eine etwas zurückhaltende Art von poppigem Rock, die dem Ganzen noch eine gewisse Note gibt.

So ist hier grundsätzlich ein sehr schönes Werk gelungen, welches sich hinter anderen nicht verstecken muss. Trotz allen Lobes jedoch, bleibt doch ein wenig die Sehnsucht nach etwas mehr beim Hörer. Die musikalischen Qualitäten stehen sicherlich an erster Stelle und sind auch auf gar keinen Fall weg zu diskutieren. Zu sehr beherrscht BODENSKI sein Metier. Aber eine gewisse, eigene Note, die noch etwas ausdrucksstärker den eigenen Stil betont, hätte es noch werden dürfen. Vielleicht beim zweiten Album. So läuft er Gefahr, ein wenig nebenher zu laufen. Und das wiederum hat er nicht verdient.

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Favoriten: Dürre, Nach Hause, Meine Liebe

Für Freunde von: Eric Fish, ASP, Schandmaul

Veröffentlichung: das Album ist bereits erhältlich

Zu Hause: http://www.bodenski.de/

 Bewertung: 7 von 10 Punkten

222 Worte über MAERZFELD und “Tief”

Ist das was Neues von Rammstein? Diese Frage stellt sich wohl nahezu jeder Hörer, der ersten Kontakt zu MAERZFELD hat. Oder zumindest stellt man sich die Frage, ob nicht Bandmitglieder, Producer oder sonst jemand seine Hände des deutschen Aushängeschildes von brachialer und provokanter Musik im Spiel hat. Dem ist aber nicht so.

Den Vergleich muss sich die Band bei ihrem Debütalbum „Tief“ dennoch gefallen lassen, denn es hört sich schlichtweg an wie RAMMSTEINS kleiner Bruder. Musikalisch, stimmlich, gesanglich, brachialromantisch oder im Artwork des Albums: alles deutet darauf hin, als hätte man hier unter einem anderen Namen nochmals seine Kante zum Besten gegeben.

Daher kann man im Grunde keine Objektive Beurteilung abgeben, da man immer sofort in anderen Sparten denkt. Grundsätzlich aber kann ich nur subjektiv für mich in Anspruch nehmen, dass es mir völlig schnurz ist, wer da gerade welche Musik macht und wer da gerade bei wem abgeschaut hat und wer da gerade welchen Stil in gerade einmal Nuancen anders präsentiert. Wenn die Musik gut ist.

Auf „Tief“ jedenfalls gibt es ordentlich etwas auf die Ohren, satte Sounds, brachiale Sequenzen, schnelle Tendenz zum lauten Hören, teils gängige und teils schwergängige Refrains. Was will man mehr, wenn der Sommer vor der Tür steht und man auf Deutschlands Autobahnen fährt und die nötige musikalische Untermalung sucht?

„Tief“ ist hierfür jedenfalls gut zu gebrauchen.

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Favoriten: Still, Tief, Exil

Für Freunde von: Eisbrecher, Megaherz, Stahlmann

Veröffentlichung: das Album ist ab dem 16.03.2012 erhältlich

Zu Hause: http://www.maerzfeld.de/

Bewertung: 9 von 10 Punkten

222 Worte über MONA MUR / EN ESCH und „Do with me what you want“

Zwei Jahre sind seit ihrem Debütalbum vergangen. Nun machen sich MONA MUR & EN ESCH daran, mit „Do with me what you want“ den Nachfolger zu präsentieren. Die alternative Grundausrichtung schwebt nach wie vor über allem, doch bereichert sich das Duo ebenso an anderen Mitteln. Da wirken manche Stücke wie aus einem imposanten Kinofilm, andere entführen den Hörer vor dem geistigen Auge irgendwo in kalte Gegenden. Weitere wiederum bieten Glamour und Avantgarde als stilsicheres Mittel, dauerhaft unterlegt mit der rauchigen und lasziven Stimme der Sängerin.

Und auch wenn es sich merkwürdig anhört, erwächst aus all diesen Attributen ein durchaus hörbares Industrialalbum, das hier und da zwar schwächelt, dafür aber auch die eine oder andere Perle beinhaltet.

Und auch die anderen Zugaben wie ein hier und da gesetzter Bläserchor oder ein Xylophon wirken aufgrund des teils minimalistischen Einsatzes wie ein großer Schlagstock und erwecken gerade aus diesem Grund besondere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte und es ist nicht alles dunkelschwarz und brachial, was hier glänzt. Zwar ist ein wesentlicher Fortschritt zum Vorgänger zu erkennen, dennoch wirkt das Ganze an manchen stellen noch nicht ganz ausgereift. Dies mag man verzeihen, da ein gutes Gesamtkonzept mit teils durchdringender Vertonung zu erkennen ist.

Das Gesamtwerk MONA MUR & EN ESCH steht nun auf solidem Fundament. Nun kann man sich an die Feinarbeit machen.

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Favoriten: Justice, Touch, New order

Für Freunde von: Funker Vogt, Eisenfunk, VNV Nation

Veröffentlichung: das Album ist ab dem 16.03.2012 erhältlich

Zu Hause: http://www.myspace.com/monamurenesch  

Bewertung: 7 von 10 Punkten

222 Worte über THE MESCALINE BABIES und „Crush“

Es ist schwierig, die richtigen Worte für eine Band zu finden, deren Namen man bis vor einigen Tagen noch gar nicht gehört hatte. Dies kann von großem Nachteil sein, wenn sich das Gehörte einer CD plötzlich aus dem großen musikalischen Topf abhebt. Es kann aber auch genau das Gegenteil sein, nämlich dahingehend, dass etwas im Einheitsbrei untergeht. Mit leichter Tendenz zum Positiven sind irgendwo zwischen den beiden Alternativen THE MASCALINE BABIES mit ihrem Album „Crush“ anzusiedeln.

Alles in allem beinhaltet das Album mit Stücken wie „Ultramarine blue“, „Heart full of wine“, „The eternel season“ oder „Cold earth“ ganz gute Musik, welche eine teils recht verquere Verschmelzung von Alternative-, Prog-, Punk- und Waveelementen bietet. Dieser Zustand kann mitunter aber auch ein bisschen anstrengend sein. Denn insbesondere durch die etwas schwächeren Stücke verliert sich das Album in letztlich elf einzelne Lieder, die eine gewisse Gradlinigkeit oder Struktur vermissen lassen. Das mag so gewollt sein, kommt nach meinem Dafürhalten aber nicht immer so gut an.

Auch der textliche Inhalt von sozialen Fragen, über Liebe bis hin zum Weltuntergangsszenario bietet eine breite Angebotspalette. Doch auch hier erweckt sich einem eher der Eindruck, man sei gewillt gewesen, zunächst weitere Baustellen einzurichten, bevor man sich über die textliche – als auch musikalische – Richtung grundlegend einig wird.

Dies wirkt etwas störend und ist schade. Denn Potential ist alle mal vorhanden.

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Favoriten: Ultramarine blue, Cold earth, Gehenna

Für Freunde von: Mina Harker, HIM, Gothminister

Veröffentlichung: das Album ist ab dem 16.03.2012 erhältlich

Zu Hause: http://www.myspace.com/themescalinebabies

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Eisbrecher heizen Dortmund ein

Manch einer wundert sich über den wohl auch für die Beteiligten überraschenden Charteinstig des neuen EISBRECHER-Albums „Die Hölle muss warten“ auf Platz 3 der deutschen Albumcharts. Einige sind bereits dabei, Vergleiche zu UNHEILIG zu ziehen, die plötzlich im Bekanntheitsgrad nach oben schossen, nachdem sie einen massenkompatiblen Hit geschrieben hatten. Im Hinblick darauf konnte sich Sänger Alexx Wesselsky auch manche Spitze auf den Grafen nicht verkneifen, als er mit seiner Band im Dortmunder FZW aufspielte.

Zunächst vertrieben LORD OF THE LOST dem Publikum die Zeit mit einer Mischung aus Darkrock und Gothic, sehr zur Freude desselben. Stücke aus dem neuen Album, gemischt mit älteren, legten eine gute Grundstimmung für EISBRECHER, die sich selbst mit der Melodie aus Magnum auf die Bühne baten. Was folgte war ein heftiger EBM-Abend, der zunächst nur die Musiker auf der Bühne, kurze Zeit später aber auch die Fans, zum Schwitzen brachte.

Allein die ersten drei Stücke „Exzess Express“, „Willkommen im Nichts“ und „Angst“ verlangten allen Beteiligten vieles ab. Doch schnell zeigte sich eine Symbiose zwischen Bühne und nahezu ausverkauftem Saal, wo ein steter Austausch zwischen Geben und Nehmen herrschte.

Erste größere Abwechslung on Stage gab es, als die gesamte Besatzung zu „Amok“ auf großen Regenfässern trommelte.

Zudem schaffte es Sänger Alexx immer wieder, durch amüsierte Anspielungen auf die musikalische und vermeintlich gleiche Zunft, insbesondere Unheilig betitelte er als „Schlager“, für Lacher zu sorgen. Sicherlich einerseits seiner persönlichen Meinung folgend, andererseits aber auch, um auf ein kurzes akustisches Set hinzuarbeiten.

Als er sich mit seinem Gitarristen Robin den Platz herrichtete und die Bühnenbeleuchtung alle Farben darbot, die sie vorhielt, daneben die Fans aufgefordert wurden, die Handys wegzustecken um den großen Moment jetzt genießen zu können und nicht später auf YouTube, schaute mancher zunächst ein wenig ungläubig. Doch auch dem Schlager folgend intonierten die zwei „Tränen lügen nicht“ und „Wahnsinn“, was ein wenig missriet. Dies tat dem heftigen Gesang im Publikum aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Es zeigte vielmehr, dass dort Interpreten auf der Bühne stehen, die ihre Musik mitunter hart wie Kruppstahl darbieten, dennoch aber Menschen aus Fleisch und Blut sind, die nicht perfekt funktionieren und auch immer wieder den Kontakt zu den Fans suchen.

Als anschließend der „Engel“ vorbeischwebte, brachen dann alle Dämme. Weitere Stücke wie „Vergissmeinnicht“, „Schwarze Witwe“, „Ohne Dich“ oder „Miststück“ in den Zugaben rundeten das Bild hervorragend ab.

Der Abend der „Die Hölle muss warten“-Tour endete somit dem Titel folgend. Ein wärmetechnischer Vorgeschmack wurde aber schon geliefert.