200 Worte über A life divided und „Human“

ALDA life divided liest und spricht sich nicht nur für die Fans immer noch ein wenig hölzern und umständlich. Dennoch hat es die Band aus Geretsried inzwischen geschafft, dass sie mit namhaften musikalischen Mitstreitern wie Linkin´ Park verglichen wird. Ein Vergleich im Übrigen, den sie nicht scheuen müssen.

Nunmehr erschien ihr neues Studioalbum „Human“, welches ein steter Fortsatz ihres bisherigen Schaffens darstellt und ein qualitativ weiterer Schritt ist. Denn was dort mal wieder geboten wird, ist rockig pur, melodisch, temporeich, vom Mainstream entfernt und dennoch massenkompatibel.

„The most beautiful black“, „My apology“, “Right where I belong” oder “Lay me down” zeigen zum Beispiel beinahe schon die gesamte Bandbreite des vorhandenen Repertoires und erweisen sich auf diesem Album als wahre Perlen unterschiedlicher Coleur. Daneben gibt sieben weitere Stücke, die sich von den genannten kaum andersartig abheben, sind sie doch alle letztlich vom Kaliber „Das will der Rocker hören“.

So kann letztlich nur festgestellt werden, dass das fünfte Album der Band für sie selbst das schlüssigste, homogenste und rundeste seiner Art ist. Das Quartett wird hiermit weiter auf sich aufmerksam machen und dem großen Durchbruch sicher einen Schritt näher kommen. Ob er letztlich damit gelingt, muss abgewartet werden. Das entscheidet der Konsument.

_________________

Favoriten: My apology, Burst, inside me
Für Freunde von: Lord oft he lost, Jaded star, 69 Eyes
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erhältlich
Zu Hause: http://www.a-life-divided.de/
Bewertung: 8 von 10 Punkten

Räuberzivil in der Bochumer Christuskirche

DSC_4931aTiefenschärfe heißt das neue Album des Akustikprojekts „Räuberzivil“ unter der Fittiche von Heinz-Rudolf Kunze, welches dieser, mit musikalischer Unterstützung von Hilko Schomerus, Peter Pichl und Ralph König, gestern Abend in der Bochumer Christuskirche vorgestellt hat.

Zum Einstieg ein Text um dann mit „Robert Limpert“ einen ersten musikalischen, tiefgreifenden Akzent zu setzen, beschreibt er hier doch die authentische Geschichte eines Ansbacher Widerstandskämpfers aus den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs. Auch zeigt beispielsweise „Der Lügner“ tiefste Abgründe der menschlichen Seele und hält dem Hörer so auch auf gewisse Weise einen Spiegel vor.

 

DSC_4801aKunze, als Protagonist des Abends, schafft es in besonderer Weise, dem Publikum einen großen Brückenschlag zwischen HRK der alten Schule und Räuberzivil darzubieten. Immer tiefsinnig, immer hintergründig, scharf beobachtend und ebenso sprachlich wiedergebend, nie abgehoben und doch ein kleines Stückchen freundlich distanziert, zeigt Kunze insbesondere in seinen Sprechtexten, dass nicht nur seine, sondern die Welt im Allgemeinen, in Unordnung ist. So verteilt er scharfzüngig Spitzen gegen die Deutsche Bank und Bayern München, was er kaum aussprechen kann vor lauter Fußballdesinteresse, sodass er letztlich von Union Wolfsburg und TuS Bayern spricht, einem 4:1 und dass eben Geld doch Tore schießt. Er macht sich Gedanken um Kopftücher im öffentlichen Raum, wo es eben zum Schutz der Erziehung der Kinder nicht getragen werden soll und lobt das Publikum als „tapfer“, da es sämtliche Stücke, die allesamt neu waren, ertragen hat und präsentiert dann „Meine eigenen Wege“ um anschließend in die Pause zu gehen.

Die Christuskirche war ein wenig überdimensioniert, das tat der gesamten Veranstaltung, insbesondere aber in akustischer Hinsicht, keinen Abbruch.

DSC_4864sNach der Pause gab es „Brot aus Gold“, die Feststellung „Papa hat Geld“ oder es ging „Drunter und drüber“. Dies tat es im wahrsten Sinne des Wortes, als er den Kunze-Klassiker schlechthin, „Dein ist mein ganzes Herz“ anstimmte. Auch textlich ging es wie gehabt, teils auch amüsant, weiter, beispielsweise als er die Suche nach imaginärer Personen unter seinem Bett beschrieb oder er dem Auditorium mitteilte, dass er im Hinblick auf „Ogalalla“ 35 Jahre musizieren musste, um seinen ersten Tango zu schreiben.

Bezeichnend das Ende mit „Folgen Sie mir weiter“. Eine Rundreise durch die Nervenheilanstalt.

Was blieb war die Erkenntnis, dass die Welt nach einem solchen Konzert nicht besser ist. Auch nicht schlechter. Aber manch einer der Zuhörer betrachtet sie dann wohl mit einem anderen Blick.

200 Worte über Tanzwut und „Freitag der 13.“

twEs ist schon wieder ein Jahr vergangen, dass TANZWUT ihr Album „Eselsmesse“ veröffentlichten. Für viele der Anhänger und Fans konnte dieses Werk nicht an die Vorgänger anknüpfen und fand sich letztlich auch nicht in den Charts wieder. Vielleicht aus Fehlern gelernt, vielleicht gepaart nach einer Sehnsucht der Bandfreunde, endlich wieder ein richtig gutes, rockiges Album zu bekommen, ist dies bei dem kürzlich erschienen „Freitag der 13.“ anders. Offenbar ganz bewusst hat sich die Band wieder ihrer alten Erfolgsrezepte bedient und zelebriert auf diesem Longplayer Mittelalterrock, wie ihn sich der geneigte Fan wünscht.

Allein der Anfang mit „Brot und Spiele“ und „Brüder im Geiste“ ist im Grunde schon das Album wert, denn es handelt sich hierbei um zwei Stücke, die vermutlich eher über kurz als über lang zu Hymnen auf Konzerten avancieren werden.

Auch das Titelstück „Freitag der 13.“ steht dem Ganzen in nichts etwas nach. Das haut rein. Das lässt es krachen. Das lässt die Dudelsäcke und Pfeifen erschallen. Das ist ausgewogen und durchdacht. Das macht einfach nur richtig Spaß.

Einzig „Der Zeitdieb“ hinterlässt bei mir rein subjektiv das Gefühl, nichts damit anfangen zu können. Das tut dem Gesamtwerk in seiner gesamten positiven Hinsicht keinen Abbruch.

Unbedingt anhören und kaufen.
_______________
Favoriten: Brot und Spiele, Brüder im Geiste, Niemals mehr
Für Freunde von: In Extremo, Ensiferum, Saltatio Mortis
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://www.tanzwut.com/
Bewertung: 9 von 10 Punkte

200 Worte über Blutengel und „Omen“

BlutengelSeit siebzehn Jahren sind Blutengel um ihren Kopf Chris Pohl inzwischen unterwegs. Dieser Tage erscheint das neue Studioalbum „Omen“, welches manches Herz erfreuen wird.
Natürlich erfinden sich Blutengel auf diesem Album nicht neu. Das ist auch nicht nötig. Sie schaffen es durchaus wieder mit ihrer Mischung aus Elektropop, Balladen und eingängigen Melodien die bereits gewonnenen Fans zu begeistern und sicherlich auch neue hinzu zu gewinnen.
Das Album schafft es zwar ohne das absolute Highlight auszukommen, ist aber aufgrund seiner enormen Ausgewogenheit und Qualität in sich ein solches. Nach dem „Prolog“ zur Eröffnung folgt mit „Sing“ ein Stück, welches alle klassischen Hitattribute der Band auf sich vereint.
Nun könnte man meinen, dass die Messlatte für die anschließenden Stücke hoch liegen würde. Das ist unbenommen so. Blutengel wären aber nicht Blutengel, wenn es für sie nicht ein Leichtes wäre, sie dennoch konsequent zu überspringen.
„Wir sind was wir sind“ oder „Fire in the distance“ sind ebenfalls Stücke, die man auch bereits nach dem ersten Hören aus dem Ohr nicht wieder los wird, so sehr strotzen sie vor Energie, Beats und musikalischer Vollendung.
Alles in allem erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Chartplatzierung auf der „4“ der Albumcharts des Vorgängers noch getoppt wird.
_______________
Favoriten: Sing, Fire in the distance, Guilty
Für Freunde von: Unheilig, Eisbrecher, Unzucht
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 13.03.2015
Zu Hause: http://www.blutengel.de/
Bewertung: 9 von 10 Punkte

200 Worte über Qntal und „VII“

qSechs Jahre haben sich Qntal Zeit genommen, sich der elektronisch mittelalterlichen Muße hinzugeben um neue Klanggewände für ihr nunmehr siebtes Album zu produzieren. Sechs Jahre sind eine lange Zeit, die manchem Ensemble nicht gut tun. Glücklicherweise aber ist auf den musikalisch inspirativen Kopf Michael Popp Verlass. „Grandios“ beschreibt das vierzehn Stücke umfassende Album am einfachsten und zutreffendsten. Denn was hier musikalisch zusammen fließt, ist Musik für hohe Ansprüche mit reichlich Zeit zum Träumen, Abschweifen, Zuhören und sich fallen lassen. Gepaart mit der unvergleichlichen, kristallklaren Stimme von Sigrid „Syrah“ Hausen ist ein perfektes Album entstanden.

Der Start mit „Flaming drake“ und „Tenacious love“ beispielsweise vermitteln sofort das Gefühl, musikalisch gut aufgehoben zu sein und lassen im Entferntesten keinen Gedanken daran zu, die Scheibe vor dem Ablauf auszustellen.

Dann gibt es Stücke wie „Tyger“, bei dem Qntal selbst neue musikalische Wege betritt und im Irish Folk und der Elektronik orientalische Einflüsse verwebt und verarbeitet.

Doch auch klassische Werke, die sogleich an typische Qntal-Machart erinnern, dürfen natürlich nicht fehlen. Hier sei „Swebend“ oder „Rossignolet“ genannt.

Alles in Allem handelt es sich bei VII um ein Album, welches in keinem Musikschrank fehlen sollte. Ein Album, welches sehr einzigartig und dennoch für jeden Geschmack ist.
__________________
Favoriten: Flaming drake, Swebend, Rossignolet
Für Freunde von: Faun, Helium Vola, Deine Lakaien
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://qntal.de/
Bewertung: 10 von 10 Punkte

200 Worte über Within Temptation und „Let us burn“-live

LetUsBurn_CD_cover_300DPI_RGB FINAL 8002012 spielten Within Temptation ein ausschweifendes Konzert in Antwerpen. Auch wenn es für die Niederländer ein Auswärtsspiel war, ließen sie sich hier von einem Orchester begleiten. 2014 gab es dann ein Heimspiel auf der Hydra-Tour in der Music Hall von Amsterdam. Beide Konzerte wurden aufgezeichnet, sodass es sie nun als DVD/Blue-Ray/DCD im Handel gibt. Vorweg kann man sagen, dass dieses Album rückblickend zu den Highlights des Musikjahres 2014 gehören wird.

Zur Rezension kommt hier nur die DCD, also kann über die Bühnenshow inkl. des bekannten Funkenflugs und typischen Feuerwerks nichts gesagt werden. Dies ist sicherlich auch ein nicht unwesentlicher Bestandteil einer vernünftigen Videoaufzeichnung, doch ist das Wichtigste der musikalische Teil. Und dieser ist mehr als überzeugend. Beide CD´s können getrost über einen Kamm geschoren werden, denn sie stehen sich in ihrer hervorragenden Umsetzung in nichts nach.

Kern ist und bleibt ein ausladender symphonischer Heavy-Metal, der durch die magisch prägnante Stimme von Sängerin Sharon den Adel bestimmt ist. Die Zusammenstellung der Stücke zeigt zum großen Teil einen Querschnitt durch die 18-jährige Bandgeschichte und lässt für alle Fans keine Wünsche offen. Nicht nur das. Mit dieser DCD wird es mit Sicherheit gelingen, neue Fans zu gewinnen. Ein einfach nur absolut herausragendes Werk.

_______________
Favoriten: Stand my ground, Angels, Mother earth
Für Freunde von: Unheilig, Nightwish, Slash
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://www.within-temptation.com/
Bewertung: 10 von 10 Punkte

Peter Heppner akustisch in Bochum

DSC_1024Peter Heppner hatte gerufen und in Scharen kamen die Fans zu seiner ersten Akustikshow in die Bochumer Christuskirche. Wer in der Lage ist, sich ein Farbfoto in schwarz/weiß vorzustellen, der kann auch sehr gut erahnen, wie dieses Konzert gespielt wurde. Stark reduziert, ein leises und zurückhaltendes Schlagzeug, eine Gitarre und ein Flügel, dazu die teils verhaltene, ruhige und zumeist dennoch eindringliche Stimme des ehemaligen Wolfsheim-Kopfes inspirierten die nahezu ausverkaufte Christuskirche in der Bochumer Stadtmitte zur Einkehr. Vielleicht ein Stückweit anders, wie es sich der Pastor wünscht, dennoch aber eine Brücke schlagend zwischen der Darbietung auf der Bühne, die zu keinem Zeitpunkt unruhig war und dem Auditorium.

Im Vordergrund standen die Stücke des aktuellen Albums „My heart of stone“. Dieses bringt textlich und musikalisch bereits beste Voraussetzungen für eine Reduktion und damit verbunden eine Konzentration auf das Wesentliche mit. Die Atmosphäre auf der DSC_1041aBühne getragen von der Symbiose zwischen feinen Klängen und der Stimme des Sängers hätte sich im Grunde als, mit Verlaub, stinklangweilig, darstellen können. Auf der Bühne war ungefähr so viel Bewegung, wie bei vier Anglern. Doch gerade dieser Zustand entsprach voll und ganz dem gewählten Kontext und verschmolz mit einer ebenfalls nicht unbedingt üppig ausladenden, dennoch aber unheimlich effektiv eingesetzten Lichtshow, zu einem großen Ganzen, welches hinriss. Es entführte in zarte Sphären. Es malte Bilder in den Köpfen der Zuhörer. Es überraschte mit neuen Arrangements. Es kokettierte mit sich selbst und ließ das Publikum begeistern, insbesondere bei den Stücken, die jedermann bekannt sind.

Dieses Konzert war ein grandioses und großes, leises und intensives Musikerlebnis. Jeder, der die Chance hat, diese Tour noch zu besuchen, sollte sie nutzen.

200 Worte über Alice Cooper und „Raise the dead (Live from Wacken)“

image002Sicherlich gehört Alice Cooper bereits jetzt zu den Ikonen der Rockmusik. Unzählig sind seine Platten, seine Auszeichnungen und Ehrungen. Viele seiner Hits sind seit Jahrzehnten Klassiker und können von jedem halbwegs interessierten Musikfan mitgesungen werden.
Auch Alice Cooper schickt sich nun an, eine Live-Compilation auf den Markt zu bringen. Das Pack umfasst eine Doppel-CD mit allen Hits und das ganze ebenfalls als DVD von seinem Auftritt in Wacken 2013.
Beim Lesen der Setlist bekommt der Fan feuchte Augen. „Hello Hooray“, „No more Mr. Nice Guy“, „Hey stooped“, „Welcome to my nightmare“ oder „Schools out“ sind nur ein paar der Stücke, die diese Retrospective umfasst. Auf der DVD ist das Ganze, Cooper-getreu freilich noch wunderbar in Bild umgesetzt.
Von daher handelt es sich um ein Gesamtpackage, das in keiner Sammlung des geneigten Rock´n´Rollers fehlen darf.
Dennoch kann man auch nicht verhehlen, dass der gute Alice in die Jahre gekommen ist. Zwar fängt bekanntlich mit 66 Jahren das Leben erst an, doch wirken manche Stücke massiv seinem inzwischen offenbar etwas eingeschränkten Stimm- und Lungenvolumen angepasst. Darunter leiden die Stücke hier und da.
Ansonsten aber muss ihm erst einmal jemand showmäßig das Wasser reichen. Das dürfte für die meisten eher sehr schwierig werden.
_______________
Favoriten: House of fire, Poisen, Schools out
Für Freunde von: Extrabreit, Manowar, Midnight oil
Veröffentlichung: Das Album erscheint am 17.10.2014
Zu Hause: http://www.alicecooper.com/
Bewertung: 8 von 10 Punkte

200 Worte über Jazzkantine und „Ohne Stecker“

jk20 Jahre ist die Jazzkantine inzwischen alt. Oder jung. Anlässlich dieses Jubiläums ist vor kurzem das Album „Ohne Stecker“ erschienen, bei dem sie von der NDR Big Band begleitet werden, ein best-of inklusive neuer Stücke.
Alles in allem ist das Album eine runde Sache geworden. Nach so langer Zeit wäre es allerdings auch schade, wenn es da Probleme gegeben hätte. Die tatkräftige musikalische Unterstützung des Jazz an sich durch die Big Band macht diesen bombastisch und verleiht ihm einen großen Raum. Idealerweise geht die eigentliche musikalische Grundausrichtung hierbei nicht unter. An dieser Stelle ist das Ganze perfekt umgesetzt und es bleibt kaum ein Wunsch offen.
Insgesamt aber wirkt das Album an manchen Stellen etwas erzwungen. Als wenn man unbedingt zum Jubiläum etwas ganz besonderes hätte machen wollen, selbst aber nicht die ganz genauen Vorstellungen hiervon hatte. Dadurch wirkt es hier und da ein wenig lieblos. Keinesfalls aber zusammengeschustert oder so. Einzig hätte man sich hin und wieder noch eine besondere Note gewünscht.
Dieser „Makel“ fällt aber vermutlich nur den eingefleischten Fans auf. Wer dem Jazz, der sowieso schon eine ganz besondere Stilrichtung darstellt, einmal auf etwas andere Art und Weise begegnen möchte, liegt mit diesem Album auf jeden Fall goldrichtig.
_______________
Favoriten: Es ist Jazz, 55555, Take Five
Für Freunde von: Clueso, Stoppok, Max Herre
Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen
Zu Hause: http://www.jazzkantine.de/
Bewertung: 8 von 10 Punkte

200 Worte über Deine Lakaien und „Crystal Palace“

dlErnst Horn und Alexander Veljanov sind nunmehr knapp dreissig Jahre als „Deine Lakaien“ unterwegs. Geprägt sind diese Jahre immer wieder von längeren Atempausen. Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass die beiden bisher erst zehn Studioalben herausgebracht haben. Nummer zehn nunmehr hört auf den Namen „Crystal Palace“ und setzt einen weiteren Glanzpunkt in der elektronisch avantgardistischen Karriere der beiden.

Minimiert auf das Wesentliche wurde das neue Album. Dies führt dazu, dass die Tracks wesentlich intensiver beim Hörer ankommen und nicht durch Nebenwerke wie orchestralem Sound, der hin und wieder sehr erfolgreich den Einzug bei dem Duo gefunden hatte, ablenkt.

Es gibt keinerlei negative Ausreißer. Lediglich gibt es Stücke, die ein ganz besonderes Augenmerk verdienen. „Where the winds don´t blow“ beispielsweise überzeugt ganz besonders durch einen leicht folkigen Einschlag. Es entpuppt sich daneben als eines der größten Stücke mit einer äußerst positiven Soundwand, die in ihrem typisch elektronischen Gewand dennoch zu einem ganz besonderen Arrangement wird.

Daneben ist „Eternal sun“ als Abschluss des Albums ein ganz großes Stück, welches durch absolute Ruhe in Verbindung mit einem leicht stoischen und klirrenden Sound überzeugt.

Alles in Allem kommen Lakaien Fans mit diesem Album voll auf ihre Kosten. Diejenigen, die Fans werden wollen, ebenso.

—————

Favoriten: Nevermore, Farewell, Eternal sun

Für Freunde von: Qntal, Vargo, And One

Veröffentlichung: Das Album ist bereits erschienen

Zu Hause: http://deine-lakaien.com/

Bewertung: 9 von 10 Punkten